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Hauptstraße 37, 71686 Remseck
Judentum

Tag des offenen Denkmals 2026

Tag des offenen Denkmals 2026

Am vergangenen Sonntag kamen ca. 70 Besucherinnen und Besucher auf den jüdischen Friedhof und in die ehemalige Synagoge. Dieses große Interesse am Tag des offenen Denkmals hat uns sehr gefreut. Vielen Dank für viele gute Gespräche und Anregungen. Das besondere Angebot dieses Jahr in der ehemaligen Synagoge war die Ausstellung „Schlamassel Tov. Wie jüdisch ist Deutsch?“ der Kulturregion Stuttgart. Zehn Stellwände zeigen deutsch-jüdische Verflechtungen in der Alltagssprache. Unzählige Worte, die im deutschen Sprachgebrauch verwendet werden, sind dem Hebräischen und Jiddischen entlehnt. Der Titel der Ausstellung „Schlamassel Tov“ steht sinnbildlich für diese Verflechtung und bewertet sie. Das Wort „Schlamassel“ bedeutet dem Duden nach eine „schwierige, verfahrene Situation, in die jemand aufgrund eines ärgerlichen Missgeschicks gerät“. „Tov“, das hebräische Wort für „gut“, zeigt, dass genau in dieser gegenseitigen Prägung von Deutsch und Hebräisch das Schöne liegt. Besonders schön ist es in Hochberg: Hochberg ist einer von bisher vier Orten mit ehemaliger jüdischer Gemeinde, wo sich ein Nachleben des Jiddischen und Hebräischen in der Alltagssprache der Bewohnerinnen und Bewohner bis in die 70er Jahre nachweisen lässt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Hochberger „ihre“ Jüdinnen und Juden geschätzt haben und sprachliche Traditionen noch lange nach dem Weggang des letzten Juden 1939 fortführten: „Du no benaches“ („Mach langsam“) hieß es in Hochberg oder „Du dein Duches nore“ („Setz Dich auf Dein Hinterteil“). Der „Galach“ war der Pfarrer und der „Schafes“ der Bürgermeister. Alma Härdter (1923-1995) aus Hochberg hat 1991 diese Erinnerungen an die Hochberger Lokalsprache festgehalten.
Die Ausstellung präsentierte inspirierende Texte um 10 Worte, wie zum Beispiel „Tacheles“: „Jetzt mal Tacheles / Klartext. Tacheles heißt: Nicht schweigen, nicht lächeln, wenn’s weh tut. Nicht tun, als wär nix. Nicht warten, bis’s kracht.
Tacheles kommt aus dem Jiddischen: Tachleß – das Ziel. Nicht das Gerede drumrum. Das, worum es wirklich geht. Also sagen wir’s: Antisemitismus ist da. Nicht irgendwo – hier. Nicht irgendwann – jetzt. (…) Tacheles heißt: Nicht über uns – mit uns. Nicht wegsehen – einstehen. Nicht irgendwann – heute“ (Lior Smith). Danke an die vielen Besucherinnen und Besucher, die ein Zeichen gesetzt haben für ein gelingendes Zusammenleben der Verschiedenen in Remseck.

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