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Bethshalom e.V.

Sonntag, 22. Januar 2023, 18.30 Uhr:

Für Sonntag, 22. Januar 2023, 18.30 Uhr ist es gelungen, Akiva Weingarten als Gesprächspartner und Gast in der ehemaligen Synagoge zu gewinnen.
Wie es Frauen in der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft der Satmarer Chassiden ergeht, wurde schon vielfach erzählt (Deborah Feldman: Unorthodox – Buch und Netflix-Serie). Aber wie erleben eigentlich Männer in dieser Gemeinschaft ihr Dasein? Als Akiva Weingarten auf die Welt kommt, ist sein Werdegang schon beschlossene Sache. Er wird in der Thora unterwiesen werden, er wird früh heiraten, Rabbiner und Vater zahlreicher Kinder werden. Und vor allem: Die Grenzen seiner Gemeinschaft werden die Grenzen seiner Welt sein. Aber das da draußen ist zu verlockend, und die Welt drinnen viel zu eng und bedrückend für den ebenso neugierigen wie unglücklichen jungen Mann. Seine 2022 als Buch erschienene Lebensgeschichte erzählt von Selbstwerdung und Befreiung in einer Welt, die für alles eine Regel hat. Eine manchmal bittere, oft verstörende, aber immer spannende Geschichte.
Akiva Weingarten wurde 1984 in New York geboren und wuchs mit zehn Geschwistern in der ultraorthodoxen Gemeinschaft der Satmarer Chassidim auf. Er studierte in Amerika und Israel die Thora und den Talmud und wurde Rabbiner. Gefangen in einer unglücklichen Ehe und überwältigt von den zunehmenden Zweifeln an seinem Weg verließ Weingarten mit Ende 20 Israel, die ultraorthodoxe Gemeinschaft und seine Familie und ging nach Deutschland. In Berlin und Potsdam studierte er „Jüdische Studien“. Heute ist er Rabbiner in Dresden und Basel. In seinen Predigten bezieht er sich häufig auf chassidische Geschichten und Erklärungen zur Thora und verbindet diese mit liberalen und aktuellen Interpretationen. Er beschreibt sich selbst als liberal-chassidisch. Seine Geschichte ist spannend, auch deshalb weil er zwar radikal mit seiner alten Gemeinschaft bricht, aber ein menschlich gutes Verhältnis zu seiner Herkunftsfamilie aufrecht erhält und die guten Kräfte der alten Welt in seine neue herüberretten möchte. Sein Buch endet mit den Worten: „So ist die orthodoxe Welt in gewisser Weise auch eine heile Welt. Ich will nicht zurück, denn die heile Welt hat auch eine Enge, die ich nicht ertrage. Aber das Maß der Gegenseitigkeit und die Wärme dieser Welt sind mir eine bleibende Orientierung, wenn ich meinen Weg weitergehe.“
Herzliche Einladung zum Abend mit Akiva Weingarten. Sein Buch „Ultraorthodox. Mein Weg“ kann am 22. Januar erworben und signiert werden. Die Mörike-Buchhandlung Ludwigsburg kooperiert mit Beth Shalom und hat einen Büchertisch vor Ort.

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